Filter-Suche vs. Facettensuche: Unterschiede & Folgen im SEO

Hand hält einen violetten Kamerafilter vor eine Hafenlandschaft

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Filter-Suche und Facettensuche helfen Besuchern, Produkte, Dienstleistungen oder Inhalte auf einer Website schneller zu finden. Besonders in Onlineshops sind solche Funktionen kaum noch wegzudenken. Doch was für Nutzer praktisch ist, kann für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) zum Problem werden.

Denn durch Filterkombinationen entstehen unter Umständen Tausende zusätzliche URLs. Das kann sich negativ auf das Crawling, die Indexierung und damit auf die Auffindbarkeit wichtiger Seiten bei Google auswirken.

In diesem Glossarbeitrag erklären wir die Unterschiede zwischen Filter-Suche und Facettensuche und zeigen, wie sich beide SEO-freundlich umsetzen lassen.

Was ist eine Filter-Suche?

Eine Filter-Suche ermöglicht es Besuchern, eine bestehende Auswahl anhand bestimmter Kriterien einzuschränken.

Beispielsweise bietet ein Onlineshop für Schuhe einen Filter für die Marke an. Nutzer können dann ausschließlich Schuhe von Nike anzeigen lassen.

Weitere typische Filter sind:

  • Preis: Produkte unter 100 Euro
  • Verfügbarkeit: Nur lieferbare Artikel
  • Farbe: Schwarze Schuhe
  • Größe: Schuhgröße 42
  • Bewertung: Produkte mit mindestens vier Sternen

Eine Filter-Suche kann technisch unterschiedlich umgesetzt werden. Sie kann Ergebnisse direkt auf der bestehenden Seite aktualisieren oder eine neue URL erzeugen.

Beispiel einer Filter-URL:

example.de/schuhe/?marke=nike

Was ist eine Facettensuche?

Die Facettensuche (Faceted Search) ist eine erweiterte Form der Filter-Suche. Nutzer können mehrere Eigenschaften, sogenannte Facetten, miteinander kombinieren, um ihre Suchergebnisse gezielt einzugrenzen.

Ein Besucher sucht beispielsweise nach schwarzen Nike-Schuhen in Größe 42, die weniger als 100 Euro kosten.

Daraus könnte folgende URL entstehen:

example.de/schuhe/?marke=nike&farbe=schwarz&groesse=42&preis_max=100

Jede weitere Facette ermöglicht neue Kombinationen. Typische Anwendungsbereiche sind Onlineshops, Immobilienportale, Jobbörsen, Reiseportale und umfangreiche Produktkataloge.

Im SEO-Kontext spricht man häufig auch von Faceted Navigation, also einer facettierten Navigation.

Wichtig: Die Begriffe Filter-Suche und Facettensuche sind nicht vollständig voneinander abzugrenzen. Eine Facettensuche verwendet selbst Filter. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass verschiedene Merkmale systematisch miteinander kombiniert werden können.

Filter-Suche vs. Facettensuche: Die Unterschiede

Merkmal Filter-Suche Facettensuche
Funktionsweise Eingrenzung von Ergebnissen Kombination mehrerer Eigenschaften
Komplexität Häufig einfacher Häufig komplexer
Beispiel Schuhe nach Marke filtern Marke, Farbe, Größe und Preis kombinieren
URL-Erstellung Optional Häufig eigene URL je Kombination
SEO-Risiko Abhängig von der Umsetzung Besonders hoch bei vielen URL-Kombinationen
Einsatzgebiet Websites und Shops Besonders große Kataloge und Portale

Beide Funktionen können sich technisch überschneiden. Für SEO ist deshalb weniger die Bezeichnung entscheidend, sondern die Frage, wie viele URLs entstehen und welche davon Google crawlen und indexieren soll.

Welche Auswirkungen hat die Facettensuche auf SEO?

Eine Facettensuche kann zusätzliche Rankings ermöglichen, aber auch erhebliche technische SEO-Probleme verursachen.

1. Zu viele URLs durch Filterkombinationen

Das größte Problem ist die sogenannte URL-Explosion.

Angenommen, ein Onlineshop bietet folgende Auswahlmöglichkeiten:

  • 10 Marken
  • 8 Farben
  • 12 Größen
  • 5 Preisbereiche

Bereits daraus ergeben sich rechnerisch 4.800 Kombinationen, wenn aus jeder Gruppe genau eine Option ausgewählt wird.

Berücksichtigt man zusätzlich nicht ausgewählte Filter, Sortierungen und mehrere Auswahlmöglichkeiten innerhalb einer Facette, kann die Zahl möglicher URLs noch deutlich steigen.

Suchmaschinen entdecken dann unter Umständen zahlreiche Seiten, die sich inhaltlich nur geringfügig unterscheiden.

2. Negative Auswirkungen auf das Crawl-Budget

Das Crawl-Budget beschreibt vereinfacht, wie viele URLs einer Website Google innerhalb eines bestimmten Zeitraums crawlen kann und möchte.

Wenn Googlebot ständig neue Filterkombinationen entdeckt, werden möglicherweise Ressourcen für URLs verwendet, die keinen eigenständigen Mehrwert bieten.

Die Folge: Neue Produkte oder wichtige Unterseiten werden unter Umständen langsamer entdeckt.

Google weist in seiner offiziellen Dokumentation ausdrücklich auf dieses Problem bei der Facettensuche hin.

Bei kleinen Websites ist das Crawl-Budget normalerweise kein vorrangiges Problem. Besonders relevant wird es bei umfangreichen Onlineshops mit vielen Produkten und Filterkombinationen.

3. Duplicate Content und ähnliche Inhalte

Filterseiten enthalten häufig dieselben Produkte, lediglich in einer anderen Reihenfolge oder Auswahl.

Beispielsweise:

example.de/schuhe/?farbe=schwarz&marke=nike

example.de/schuhe/?marke=nike&farbe=schwarz

Beide URLs können exakt dieselben Ergebnisse anzeigen.

Entstehen mehrere URLs mit identischen oder sehr ähnlichen Inhalten, müssen Suchmaschinen entscheiden, welche Version indexiert werden soll.

Duplicate Content führt nicht automatisch zu einer Google-Abstrafung. Er kann jedoch die Verarbeitung und Auswahl der relevanten URLs erschweren.

4. Zusätzliche Rankings durch SEO-Landingpages

Eine Facettensuche bietet auch Chancen.

Nicht jede Filterkombination ist für Google uninteressant. Manche entsprechen konkreten Suchanfragen mit eigenständiger Nachfrage.

Beispiele:

  • Schwarze Sneaker
  • Nike Laufschuhe Herren
  • Winterjacken Damen wasserdicht
  • Vinylboden Eiche hell

Für solche Keywords können gezielt optimierte Kategorieseiten sinnvoll sein.

Statt jede mögliche Filterkombination indexieren zu lassen, sollten Websitebetreiber anhand einer Keyword-Recherche entscheiden, welche Seiten tatsächlich Suchpotenzial besitzen.

Wie lässt sich eine Facettensuche SEO-freundlich umsetzen?

1. Wichtige Filterseiten indexieren

Filterkombinationen mit relevanter Suchnachfrage können als eigenständige Landingpages angelegt werden.

Dafür sollten sie einen klaren Suchzweck erfüllen, relevante Produkte enthalten und möglichst eindeutige SEO-Titel sowie hilfreiche Inhalte besitzen.

Beispielsweise:

example.de/schuhe/schwarze-sneaker/

Diese Seite lässt sich gezielt intern verlinken und für das Keyword „Schwarze Sneaker“ optimieren.

Eine solche SEO-Landingpage sollte nicht lediglich eine automatisch erzeugte Kopie anderer Kategorien sein.

2. Unwichtige Filter-URLs vom Crawling ausschließen

Nicht jede Kombination muss für Google erreichbar sein.

Google empfiehlt, das Crawling nicht benötigter Facettensuche-URLs beispielsweise über die robots.txt zu verhindern.

Ein vereinfachtes Beispiel:

User-agent: Googlebot
Disallow: /*?*groesse=
Disallow: /*?*sortierung=

Damit wird Googlebot angewiesen, URLs mit diesen Parametern nicht zu crawlen.

Achtung: Eine Sperre in der robots.txt ist keine sichere Methode, um bereits bekannte URLs aus dem Google-Index zu entfernen. Außerdem müssen die Regeln zur URL-Struktur des jeweiligen Shops passen.

3. Canonical-Tags richtig einsetzen

Mit einem Canonical-Tag kann eine bevorzugte URL angegeben werden.

Wenn beispielsweise mehrere Sortierungen derselben Produktkategorie existieren, kann ein Canonical-Tag auf die ursprüngliche Kategorieseite sinnvoll sein.

<link rel="canonical" href="https://example.de/schuhe/">

Google behandelt Canonical-Tags allerdings als Hinweis und nicht als verbindliche Anweisung.

Außerdem sollte nicht jede Filterseite pauschal auf die Hauptkategorie verweisen. Für eigenständige, indexierbare SEO-Landingpages ist häufig ein selbstreferenzierender Canonical sinnvoll.

4. Noindex gezielt verwenden

Mit der Anweisung noindex lässt sich verhindern, dass eine crawlfähige Seite im Google-Index erscheint.

<meta name="robots" content="noindex">

Für einzelne Filterseiten kann das sinnvoll sein.

Allerdings muss Google die Seite crawlen können, damit die Anweisung erkannt wird. Eine gleichzeitige Sperre über die robots.txt würde dies verhindern.

Für sehr große Mengen unwichtiger Facetten-URLs ist die Crawling-Steuerung daher besonders wichtig.

5. URL-Struktur vereinheitlichen

Identische Filterkombinationen sollten möglichst nicht unter mehreren URLs erreichbar sein.

Sinnvoll sind:

  • Eine konsistente Reihenfolge der URL-Parameter
  • Eindeutige URLs für dieselbe Filterauswahl
  • Keine unnötigen Session-IDs
  • Standardisierte Parametertrennung mit &
  • Ein korrekter HTTP-Statuscode für ungültige Filterkombinationen

Laut Google sollten Filterkombinationen ohne gültige Ergebnisse grundsätzlich mit dem HTTP-Statuscode 404 beantwortet werden, wenn diese als eigenständige URLs aufgerufen werden.

Das ist von einer regulären Nutzeransicht mit aktuell null Treffern zu unterscheiden.

Wie überprüft man Facettensuche auf SEO-Probleme?

Für die technische Analyse kommen verschiedene SEO-Tools infrage.

Mit Screaming Frog SEO Spider lassen sich Filter-URLs, Canonical-Tags, Indexierungsanweisungen und interne Verlinkungen untersuchen.

Ahrefs kann ergänzend helfen, organisch sichtbare URLs und ihre Keywords zu analysieren.

Die Google Search Console liefert Hinweise darauf, welche URLs Google indexiert hat oder aus der Indexierung ausgeschlossen wurden.

Besonders interessant ist die Frage, ob zahlreiche unwichtige Filterseiten von Google entdeckt werden, während wichtige Produkt- und Kategorieseiten nicht indexiert sind.

Bei großen Shops lohnt sich zusätzlich die Analyse von Serverlogs, um das tatsächliche Crawling-Verhalten von Googlebot zu untersuchen.

Fazit: Filter-Suche und Facettensuche benötigen eine SEO-Strategie

Die Filter-Suche ermöglicht Besuchern, Ergebnisse einzugrenzen. Eine Facettensuche kombiniert mehrere Eigenschaften und bietet dadurch besonders flexible Suchmöglichkeiten.

Für SEO sind beide Funktionen dann problematisch, wenn sie unkontrolliert zahlreiche URLs erzeugen.

Die beste Lösung besteht darin, zwischen wertvollen SEO-Landingpages und rein funktionalen Filterseiten zu unterscheiden.

Filterkombinationen mit relevantem Suchpotenzial können gezielt für Google optimiert werden. Unwichtige Kombinationen sollten dagegen nicht unnötig Crawling-Ressourcen verbrauchen.

Facettensuche auf SEO-Probleme prüfen lassen

Ihr Onlineshop verfügt über zahlreiche Filterfunktionen und Sie sind unsicher, welche URLs Google indexieren sollte?

Eberle Consulting analysiert die technische Suchmaschinenoptimierung von Websites und Onlineshops. Wir prüfen unter anderem URL-Strukturen, Indexierung, Canonical-Tags und mögliche Crawling-Probleme.

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Häufig gestellte Fragen zur Filter-Suche und Facettensuche

Ist eine Facettensuche schlecht für SEO?

Nein. Eine Facettensuche kann die Benutzerfreundlichkeit verbessern und zusätzliche Rankingmöglichkeiten schaffen. Probleme entstehen insbesondere durch unnötig viele indexierbare oder crawlbare Filter-URLs.

Was ist der Unterschied zwischen Filtern und Facetten?

Ein Filter grenzt Ergebnisse anhand eines Kriteriums ein. Facetten sind strukturierte Eigenschaften, anhand derer mehrere Filter miteinander kombiniert werden können. In der Praxis überschneiden sich beide Konzepte.

Sollte Google Filterseiten indexieren?

Nur dann, wenn die jeweilige Seite einen eigenständigen Mehrwert besitzt und relevante Suchanfragen bedient. Viele Sortier-, Größen- und Preiskombinationen benötigen keine eigene Indexierung.

Sind Canonical-Tags bei Facettensuche ausreichend?

Nicht immer. Canonical-Tags helfen Google bei der Auswahl der bevorzugten URL, verhindern aber nicht zuverlässig das Crawling. Bei sehr vielen unnötigen Filter-URLs kann eine robots.txt-Steuerung sinnvoller sein.

Was bedeutet Faceted Navigation?

Faceted Navigation ist die englische Bezeichnung für eine facettierte Navigation. Dabei werden Ergebnisse durch die Kombination verschiedener Merkmale eingegrenzt.

Welche SEO-Tools helfen bei der Facettensuche?

Besonders hilfreich sind Screaming Frog, Ahrefs, die Google Search Console und bei größeren Websites eine Serverlog-Analyse.


Weiterführende Quelle:

Google: Crawling von Facettensuche-URLs verwalten

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