Above the Fold bezeichnet den Bereich einer Website, der unmittelbar nach dem Aufrufen sichtbar ist, ohne dass Besucher scrollen müssen. Dieser erste sichtbare Bereich entscheidet häufig darüber, ob Nutzer weiterlesen, eine Anfrage stellen oder die Website wieder verlassen.
Für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Conversion-Rate-Optimierung (CRO) ist Above the Fold deshalb besonders interessant. Hier sollten Besucher sofort erkennen, worum es auf der Seite geht, welchen Nutzen sie erhalten und was sie als Nächstes tun können.
Was bedeutet Above the Fold?
Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Zeitungswesen. Die wichtigsten Schlagzeilen standen oberhalb der Falz einer zusammengefalteten Zeitung und waren damit sofort sichtbar.
Im Webdesign beschreibt Above the Fold den Bereich einer Website, den Besucher ohne Scrollen sehen können.
Die genaue Größe hängt von der Bildschirmauflösung, dem verwendeten Gerät und dem Browser ab. Auf einem Smartphone ist deutlich weniger Platz verfügbar als auf einem großen Desktop-Monitor.

Was ist der Unterschied zwischen Above the Fold und Below the Fold?
| Above the Fold | Below the Fold |
|---|---|
| Ohne Scrollen sichtbar | Erst nach dem Scrollen sichtbar |
| Erste Aufmerksamkeit gewinnen | Informationen vertiefen |
| Hauptüberschrift und Kernbotschaft | Ausführliche Inhalte und Details |
| Zentraler Call to Action | Ergänzende Handlungsaufforderungen |
| Erste Vertrauenssignale | Referenzen, FAQ und weitere Belege |
Wichtig: Below the Fold ist nicht unwichtig. Eine erfolgreiche Website nutzt beide Bereiche, um Besucher zunächst abzuholen und anschließend zu überzeugen.
Wie wichtig ist Above the Fold für SEO?
Above the Fold ist kein eigenständiger, pauschaler Google-Rankingfaktor. Dennoch kann die Gestaltung dieses Bereichs die Suchmaschinenoptimierung unterstützen.
Dafür gibt es mehrere Gründe:
- H1 mit Hauptkeyword: Die Hauptüberschrift sollte das Thema der Seite eindeutig benennen und idealerweise das wichtigste Keyword enthalten.
- Relevanter Einleitungstext: Die ersten Sätze erklären unmittelbar, welche Informationen oder Leistungen Besucher erwarten.
- Suchintention erfüllen: Nutzer sollten erkennen, dass die aufgerufene Seite zu ihrer Suchanfrage passt.
- Ladegeschwindigkeit: Sichtbare Inhalte sollten schnell geladen werden, insbesondere das größte sichtbare Inhaltselement im Zusammenhang mit dem Largest Contentful Paint (LCP). Das ist auch bei statischen Websites ein wichtiger Vorteil.
- Mobile Darstellung: Die Inhalte müssen auf Smartphones gut lesbar und bedienbar sein.
Google empfiehlt, wichtige Suchbegriffe an prominenten Stellen wie dem Seitentitel und der Hauptüberschrift einzusetzen. Eine gute Nutzererfahrung und die Core Web Vitals spielen ebenfalls eine Rolle für die Suche.
Ein Keyword muss allerdings nicht zwingend oberhalb der Scrollgrenze stehen, damit Google die Seite versteht.

Der optimale Above-the-Fold-Aufbau
Wie sollte der erste sichtbare Bereich einer Website aufgebaut sein?
Für eine klassische Dienstleistungsseite oder Landingpage empfehlen wir bei Eberle Consulting folgende Struktur:
1. H1 mit dem wichtigsten Keyword
Die Hauptüberschrift sollte die angebotene Leistung oder das behandelte Thema möglichst eindeutig beschreiben.
Beispiel: „SEO Agentur Augsburg: Mehr qualifizierte Kundenanfragen über Google“.
2. Einleitung mit Problem und Lösung
Direkt unter der Überschrift sollte ein kurzer Text stehen, der die Zielgruppe anspricht, ihr Problem benennt und eine konkrete Lösung aufzeigt.
Der Idealfall: Ein potenzieller Kunde besucht die Website, erkennt sein eigenes Problem wieder und stellt fest: „Genau das brauche ich. Dieses Unternehmen kann mir helfen.“
Dazu muss die Botschaft verständlich, konkret und glaubwürdig sein.
3. Trust-Elemente und Social Proof
Vertrauenssignale können die Glaubwürdigkeit erhöhen und Unsicherheiten reduzieren.
Beispiele:
- Echte Kundenbewertungen
- Nachprüfbare Referenzen und Ergebnisse
- Kundenlogos mit entsprechender Berechtigung
- Relevante Qualifikationen oder Erfahrungen
- Authentische Bilder des Unternehmens
4. Call to Action (CTA)
Ein deutlich erkennbarer CTA zeigt Besuchern, welchen nächsten Schritt sie unternehmen können.
Beispiele sind „Kostenloses Erstgespräch vereinbaren“, „Angebot anfordern“ oder „Jetzt Preise vergleichen“.
Für Landingpages bietet sich häufig eine dominante Handlungsaufforderung an.
Welche Auswirkungen hat Above the Fold auf die Conversion-Rate?
Der erste sichtbare Bereich kann die Conversion-Rate (CRO) erheblich beeinflussen.
Wenn Besucher den Nutzen einer Website sofort verstehen, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie aufgrund fehlender Orientierung abspringen.
Entscheidend ist dabei nicht allein die optische Gestaltung. Vielmehr müssen Angebot, Zielgruppe und Handlungsaufforderung zusammenpassen.
Eine gut gestaltete Above-the-Fold-Sektion beantwortet innerhalb weniger Sekunden drei Fragen:
- Bin ich auf der richtigen Website?
- Kann mir dieses Unternehmen bei meinem Problem helfen?
- Was muss ich als Nächstes tun?
Wer diese Fragen unmittelbar beantwortet, schafft gute Voraussetzungen für eine Conversion.

Können zu viele CTAs die Conversion-Rate verringern?
Ja. Zu viele gleichwertig hervorgehobene Handlungsaufforderungen können Besucher überfordern und die Entscheidung erschweren.
Stehen beispielsweise „Jetzt kaufen“, „Newsletter abonnieren“, „Kostenlos beraten lassen“ und „Mehr erfahren“ gleichzeitig im Mittelpunkt, fehlt häufig eine klare Priorität.
Unsere Empfehlung: Definiere eine primäre Conversion und richte den wichtigsten CTA darauf aus. Ein sekundärer CTA kann sinnvoll sein, sollte visuell aber weniger Aufmerksamkeit erhalten.
Above the Fold optimieren: 7 praktische Tipps
1. Hauptnavigation reduzieren oder entfernen
Auf gezielten Landingpages kann es sinnvoll sein, die Hauptnavigation zu reduzieren oder vollständig auszublenden. Dadurch entstehen weniger Ablenkungen vom eigentlichen Conversion-Ziel.
Bei klassischen Unternehmenswebsites, Shops oder Informationsportalen ist eine gut funktionierende Navigation hingegen wichtig.
2. Klickbares Logo überdenken
Auch ein klickbares Logo kann Besucher von einer Landingpage zur Startseite führen und damit vom eigentlichen Conversion-Ziel ablenken.
Auf speziellen Kampagnenseiten kann deshalb getestet werden, ob ein nicht klickbares Logo bessere Ergebnisse erzielt.
Für reguläre Websites sollte das Logo jedoch in der Regel weiterhin zur Startseite führen, da Besucher diese Funktion erwarten.
3. Nur eine primäre Handlungsaufforderung verwenden
Die wichtigste Aktion sollte visuell eindeutig erkennbar sein. Weitere Optionen dürfen vorhanden sein, sollten aber nicht mit dem Hauptziel konkurrieren.
4. Überschriften und Texte konkret formulieren
Aussagen wie „Innovation für Ihre Zukunft“ sind häufig zu allgemein.
Besser sind Überschriften, die direkt erklären, welche Leistung angeboten wird und welchen Nutzen Besucher erwarten können.
5. Sichtbare Inhalte schnell laden
Große Bilder, Videos und unnötige Skripte können den Seitenaufbau verlangsamen.
Optimiere insbesondere Bilder im sichtbaren Bereich und achte darauf, dass wichtige Inhalte möglichst früh dargestellt werden.
6. Den Above-the-Fold-Bereich responsiv gestalten
Auf mobilen Geräten sollten die wichtigste Überschrift, die zentrale Botschaft und möglichst auch der CTA früh sichtbar sein. Ein barrierefreies Webdesign berücksichtigt dabei außerdem gut lesbare Texte, ausreichende Kontraste und bedienbare Elemente.
Vermeide überdimensionierte Header, große Leerflächen und Bilder, die den gesamten Smartphone-Bildschirm einnehmen.
Ein gutes responsives Design darf die Reihenfolge und Anordnung der Inhalte je nach Bildschirmgröße verändern.

7. Unterschiedliche Varianten testen
Mit A/B-Tests lassen sich beispielsweise Überschriften, CTA-Texte, Vertrauenssignale oder Layouts vergleichen.
Ob eine Änderung tatsächlich mehr Conversions erzeugt, sollte anhand aussagekräftiger Daten und nicht ausschließlich nach persönlichem Geschmack beurteilt werden.
Unterschiedliche Above-the-Fold-Aufbauten nach Seitentyp
Nicht jede Website verfolgt dasselbe Ziel. Deshalb sollte auch der erste sichtbare Bereich unterschiedlich gestaltet werden.
| Seitentyp | Wichtige Above-the-Fold-Elemente |
|---|---|
| Landingpage | H1, Nutzenversprechen, Vertrauenssignal, CTA |
| Unternehmenswebsite | Unternehmensangebot, Zielgruppe, Navigation, CTA |
| Onlineshop | Produktname, Produktbild, Preis, Kaufmöglichkeit |
| Vergleichsseite | Vergleichsthema, Kriterien, erste Ergebnisse |
| Newsartikel | Schlagzeile, Vorspann, Datum, Autorenangabe |
| Ratgeber / Glossar | H1, direkte Definition oder Antwort, Inhaltsübersicht |
| Kontaktseite | Kontaktmöglichkeiten, Formular oder Telefonnummer |
Die Gestaltung sollte immer zur Suchintention passen. Wer beispielsweise nach der Bedeutung eines Fachbegriffs sucht, erwartet eine direkte Erklärung und nicht zuerst ein großes Werbebanner.
Häufige Fragen zu Above the Fold
Muss die H1 Above the Fold stehen?
Nein. Google verlangt nicht, dass die H1 zwingend ohne Scrollen sichtbar ist. Aus Sicht der Nutzerführung ist es jedoch häufig sinnvoll, die Hauptüberschrift möglichst weit oben zu platzieren.
Muss ein CTA ohne Scrollen sichtbar sein?
Nicht unbedingt. Bei transaktionsorientierten Landingpages ist ein früh sichtbarer CTA häufig sinnvoll. Bei komplexen, erklärungsbedürftigen Angeboten können Besucher zunächst zusätzliche Informationen benötigen.
Ist Above the Fold auf Smartphones anders?
Ja. Auf Smartphones ist der sichtbare Bereich kleiner. Deshalb sollten wichtige Elemente priorisiert und unnötig große Kopfbereiche vermieden werden.
Sollte man Bilder Above the Fold verwenden?
Bilder können Leistungen veranschaulichen und Vertrauen schaffen. Sie sollten jedoch einen konkreten Zweck erfüllen und nicht die eigentliche Botschaft verdrängen.
Wie hoch sollte Above the Fold sein?
Es gibt keine feste Pixelhöhe. Die Scrollgrenze hängt vom Gerät, der Bildschirmauflösung und dem verfügbaren Browserbereich ab. Entscheidend ist, dass die wichtigsten Informationen auf unterschiedlichen Geräten schnell erkennbar sind.
Fazit: Above the Fold muss sofort überzeugen
Ein guter Above-the-Fold-Bereich ist mehr als eine ansprechende Überschrift mit einem Button.
Er bringt Suchintention, Nutzerproblem, konkrete Lösung und Handlungsaufforderung zusammen.
Für die Suchmaschinenoptimierung bedeutet das: wichtige Inhalte klar strukturieren, Keywords sinnvoll einsetzen und eine gute technische Nutzererfahrung schaffen.
Für die Conversion-Rate-Optimierung bedeutet es: Ablenkungen reduzieren, Vertrauen aufbauen und den nächsten Schritt verständlich machen.
Du benötigst Hilfe bei der Umsetzung? Eberle Consulting unterstützt Unternehmen bei der Suchmaschinenoptimierung und der Erstellung conversionorientierter Websites.

